03. Juli 2023

Der Montag ist immer mein Allein-Tag. Heute war das von Vorteil – für jeden, der nicht da war. Ich war genervt. Kommt selten vor. Wind hat genervt. Dadurch hat auch die Folie genervt. (Beete, die ich nicht schaffe zu bearbeiten sind mit Teichfolie abgedeckt. Die kann ich dann bei Zeit beiseiteräumen, und die Erde darunter lässt sich leichter bearbeiten, weil wenig Bewuchs.) Blöd nur, dass die Folie bei stürmischem Wetter gern abhebt. Liegen zwar Ziegelsteine um den Rand, aber der böige Wind greift da heftig unter und so schwer wie das Zeug ist, hat’s mir n paar Pflanzen kaputt gemacht und die Tröpfchenschläuche auch verzogen. Ich liebe doppelte Arbeit, nicht. Danke für nichts.

Und als wär das alles nicht genug, musste Todendorf heute mit Hubschraubern und Jets unterwegs sein. Die Ruhe gerade auf der heimischen Couch kann ich auch nicht genießen- Schluckauf 🙄.

Ok, andere Menschen kriegen Tourette aufgrund der Gewitterkäfer, ich die Krise wegen Wind und Lärm. Sind wir nicht alle ein bisschen Drama-Queen.

Sogar meine Aussaaten. Zumindest der Spitzkohl ist vergeilt bis zum gehtnichtmehr. War vllt doch zu warm für die Sorte Berns. War letztes Jahr auch enttäuschend- also auch noch ne Loser-Drama-Queen. Dafür stehen die Kürbispflanzen (Grüner Hokkaido) gut. Levkojen, Sonnenblumen und Neuseeländer Spinat sind auch gut aufgelaufen. Geht nur mit Vliesabdeckung, die Amseln machen sonst alles platt. In Direktsaat hab ich heute noch Karotten (Soletta) und meine Tic-Tac-Bäume (Lieblingsbuschbohne Domino) in die abgeernteten Beete gebracht. Und Palmkohl, Grünkohl und Zuckerhut in die Quickpots in Voranzucht gesät. Soll die nächsten Tage um 20 Grad bleiben, ist optimal. Und da ich die Kohlis erst im Februar brauche, reicht das zeitlich völlig aus.

Hab auch n bissl geerntet – für den Frühstücksservice wurden wohl keine Tomaten bestellt. Also gabs die allerersten Tomaten (ca 700 g) des Jahres heute für die Gäste. Kann man auf dem Foto von letzter Woche noch gar nicht erkennen. Aber sie waren wirklich rot.

Und sehr wunderlich, die Freilandauberginen tragen als erste. Obwohl die Pflanzen weniger kräftig als im Tunnel sind. Bin am Überlegen, ob ich die im Tunnel mit Hand bestäuben sollte. Es sind aber Hummeln und Co zugange.

Weniger verwunderlich ist der direkte Vergleich von im Herbst oder im Frühjahr gestecktem Knoblauch. Macht doch tüchtig was aus.

Rechts – Herbstknoblauch, ist schön geworden.
Obere Hälfte – im Frühjahr gesteckt

Die Zucchini wollen auch wieder alle Rekorde brechen. Und das, obwohl ich dieses Jahr nirgends gekauften Dünger einsetze. Letztes Jahr konnte ich bis in den Oktober ernten und die Pflanzen waren zum Schluss so groß, dass nur jede einzeln auf die Schubkarre passte.

Dann gehen jetzt auch noch die schwarzen Johannisbeeren los, mal schaun, wem ich die Ernte aufs Auge drücke.

Ich mach morgen mal n extra Post zur gesamten Juni-Ernte. Dann muss ich die Zettelwirtschaft nicht weiter aufbewahren. Immer wieder schockierend, wie schnell dann doch die großen Ernten losgehen. Da startet man mit 2-3 Bunden Radieschen und plötzlich bring ich schon wieder kiloweise Gemüse und Kräuter in die Küche.

Was gabs noch? Ach ja, apropos schockieren. War klein, hilflos und schrecklich. Nicht ich. Aber ich hatte unterm Pflanztisch einen ziemlich hohen Eimer stehen, auf dem so halb auch die erste Kiste mit Knoblauch auflag. Eimeröffnung war gut 2/3 verdeckt. Plötzlich seh ich da drin was hüpfen. Kann ja nur ne Feldmaus sein. Da sind hier ja ne Menge unterwegs, feiern besonders gern unter der Folie -siehe oben- Party. Also den Eimer frei geräumt. Und dabei entdeckt, dass da nicht nur eine, sondern 4 Mäuschen reingefallen waren. Warum auch immer, der war leer, also nix drin, was unwiderstehlich auf Mäuse wirkt. Aber nur die Eine lebte noch. Wohl auch aufgrund der Tatsache, dass sie sich nicht gescheut hat, die anderen als Nahrung zu nutzen. Ich denke mal, nachdem die schon tot waren. Zumindest hab ich die stille Hoffnung. In der Natur überleben nur die Skrupellosesten, oder Anpassungsfähigsten. Oder so.

Hab aber kein Foto für Euch heute – von der Maus und dem Rest.

Hat sich trotzdem nach ihrer Freilassung auf die pflanzliche Kost im Komposthaufen gestürzt. Nein, ich töte die Tiere hier nicht. Hier gibts zum Beispiel auch n großen Feldhasen „Hasi“ – der liebt Kohlrabi und Brokkolijungpflanzen. Es sei ihm gegönnt. Der „wohnt“ hier schon viel länger als es den Küchengarten gibt. Da bleibt genug Ernte für alle. Und im ganzen Jahr vernichtet der nicht soviel, wie die kleine Stutenherde neulich innerhalb von 20 min. Das war auch nervig und ärgerlich. Trotzdem kann ich heute drüber schmunzeln. Und davon gibts n Minivideo. Viel Spaß 😉

Ausgebüxte Pferde im Garten

PS: Nur der Regen hat mich heute nicht genervt.

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