Was für ein Tag! Anders als normal, aber auch das gehört hier mit dazu.
Ich meine nicht die Panik, die im Radio wegen des orkanartigen Sturms verbreitet wurde. Ok, es war büschen Wind und oben im Forst sind 2 Bäume gefallen, aber die waren krank. Und P. (für: pensionierter Jäger) stand nur daneben nicht darunter 🤪. Während ich in seiner Küche beim Käffchen saß und mit seiner Gattin klönschnackte (für die Südländer: wir ratschten 😉). Aber mal von vorn:
Mein Tag startete erst spät, weil ich 2 Termine mit Garten-Führungen durchführen sollte, die zeitlich weit auseinander lagen. Der erste Termin – die regionale Presse: ein Reporter, der früher für die „Gusto“ (Österreichs größtes Kochmagazin) gearbeitet und entsprechend Ahnung von Gastro und Fine Dining hatte samt einem (wirklich super) Fotografen und dessen Praktikanten. Cheffe und ich werfen sich bei solchen Terminen gern die Bälle zu. Und die Pressemenschen sind immer bissl irritiert wegen der Kommunikation auf Augenhöhe zwischen uns und der gegenseitigen Wertschätzung. Dass wir dabei jeweils auch die Ausführungen des jeweils anderen aus einem früheren Termin gegenseitig klauen, ist n kleines Battle und macht uns beiden Spaß. Halt 2 Steinböcke, die sich die Butter nicht vom Brot nehmen lassen und – wenn es sein muss – Rampensau sein können, aber auch dem anderen Raum lassen.
Folgendes Rezept wird wohl voraussichtlich am 13.7.23 im SH-Magazin gesendet. Natürlich ausschließlich mit Gemüse und Salat ausm Küchengarten :
Ich bin sooooo gespannt auf den Artikel in den Kieler Nachrichten 😃. Natürlich steht der Chef im Mittelpunkt. Aber er hat die (dreckigen) Rübchen auf dem Foto in der Hand und ich den chicen Salat 🤩😂.
Der Fotograf konnte sich gar nicht losreißen vom Garten, soviele Motive, „der schönste Termin“, meinte er. Zu 13:00 Uhr mussten wir uns dann aber verabschieden, die tägliche Lagebesprechung der Köche samt Ernteaufträgen für mich findet dann grundsätzlich statt.

Also noch einiges für die Küche besorgt, der Wind hatte etwas zugenommen, und gute 2 Stunden später zur Kaffeezeit hatte ich mich ja bei P. eingeladen zu Kaffee und Kuchen. Er ist ursprünglich gelernter Gärtner, hat den ein oder anderen Tipp für mich und ist ein großer Naturfreund. Sozusagen der gute Geist des Waldes, jetzt den Ruhestand genießend.
Zur stürmischsten Zeit des Tages mit den 2 knuffigsten Jagdhunden zu kuscheln, zu schnacken und News auszutauschen war sicher nicht die schlechteste Idee

Wieder zurück im Küchengarten noch ein wenig aufgeräumt und dann kamen die Leute vom Gut auch schon um die Ecke. Obwohl ich dort mittlerweile fast 1,5 Jahre wirtschafte, gab es große Augen und erstaunte Gesichter ob der Vielfalt und Menge, die ich produziere. Unter den Gästen war auch unsere Hotelleitung sowie die direkte Vorgesetzte aus Frankfurt. Auch für die Zwei war es der erste längere Besuch samt Führung im Küchengarten. Schön, wenn sich die Führungsebene nach so langer Zeit mal anschaut, was man so treibt.
Und die Hoheiten von ganz oben habe ich ja erst recht noch nicht kennengelernt – also ich meine jetzt wirklich den Prinzen samt Gattin 😉. Die sind hier zwar häufig auf dem Gut, aber eher im Pferdestall. Vielleicht reichen ihnen auch einfach die Presseberichte.
Nach der Führung gab es dann noch jede Menge Fragen zu beantworten und der Abend ging mit leichtem Nieselregen, ein wenig Wein, Knabberkram und einem privaten Austausch unter der Gutsgemeinschaft zu Ende.

Für den nächsten Termin hat sich die Gemeinschaft im Ruheforst verabredet. Wenn man bedenkt, dass die Kommunikation zwischen den einzelnen Künstlern, Ateliersbetreibern und Geschäftsführern vor einem Jahr gegen Null tendierte, ist da ne Menge passiert. Und ein regelmäßiger Austausch gerade bei so unterschiedlichen Interessen und Persönlichkeiten ist aber wichtig.
Ich fand’s interessant zu beobachten, wer auch hier im privaten Rahmen performed und wer auch einfach mal entspannt und natürlich agiert.
Liebt Ihr „peoplewatching“ auch so sehr wie ich 😃?