08. Juli 2023

Aus „höchstens 1 Stunde weg“ wurden 6 Stunden! Abwesenheit – Katzi hatte schon ne Anzeige für einen neuen Dosenöffner aufgegeben. Ich kam zurück mit nem heftigen Sonnenbrand, weil, LSF und Strohhut brauch ich ja nur bei der Arbeit 🤣😂.

Es war interessant, neu, anders. Aber mal von vorn.

Der Acker/Garten gehört zu einer Einrichtung, die Menschen mit psychischen und physischen Einschränkungen ein relativ normales Leben ermöglicht. Es gibt Wohnhäuser mit Wohngruppen, Werkstätten, Gemeinschaftsräume und eben den Acker. Der ist dem Prinzip nach eine Solawi und die Gemüsekisten-Abonnenten erhalten Demeterqualität. Soweit so gut. Zu den Bewohnern hatte ich keinerlei Berührungsängste, die ganze Anlage (eine etwas abgelegene Hofstelle) toll angelegt mit noch jeder Menge Potential, Hühner gibts auch, und auch wenn ich gerade mit Rudolf Steiner nicht soviel anfangen kann, bin ich doch der Meinung ganzheitlich zu gärtnern und damit vom anthroposophischen Ansatz nicht allzu weit entfernt.

ABER

Der Acker/Garten ist ein Trauerspiel. Kann ich nicht anders beschreiben. Karge Energie. Die wenigen Pflanzen (es sind ca 1/8 Fläche bepflanzt, der Acker ist aber viiiiieeeeel größer als der Küchengarten) sind klein, mickerig. Pralles Leben im Juli sieht anders aus.

Dazu keinerlei Windschutz, keine Blumen für Bestäuber, kein Schattenplatz für Mensch oder Tier. Rundherum ein Wildzaun.

Das war’s.

Der momentane Gärtner legt sein absolutes Augenmerk auf die Bodenverbesserung. Mein Verständnis ist ein anderes. Ich betrachte Kreisläufe, sehe Pflanzen, Tiere, den Boden, die Mitarbeiter als gleichwertige Mitspieler, die vor allem alle gleich wichtig sind. Der junge Mann hatte Fachwissen und auch Gartenerfahrung ohne Ende, da kann ich nicht mithalten. Und es hat Spaß gemacht, ihm zuzuhören. Ich ziehe mir dann ja immer das Wissen aus solchen Unterhaltungen, das mich weiterbringt. Trotzdem würde ich dort vieles anders angehen.

Da der junge Mann gerade erst vor 3 Monaten dort angefangen hatte (den Acker gibts aber schon länger), dachte ich, dass die von mir gelesene Stellenanzeige dann ja überholt wäre.

Gut, dass ich noch die Führung durch die Wohnräume mitgemacht und den Verantwortlichen kurz darauf angesprochen habe. Ich möge mich bitte nach den Ferien dort melden, also Anfang August, da der junge Gärtner wohl andere Pläne hat. Wird also vorgemerkt.

Wieder zuhause gabs erstmal intensive Pflege auf die sonnengeküssten Hautpartien 🤪. Mein Blick fiel dann auf eine Karteikarte, auf die ich meinen Fokussatz aus einem Coaching notiert habe. Ich stutze. Ok, der Job wäre genau das zu 100 % und doch völlig anders, als von mir gedacht.

Solche „Wunschzettel“ hab ich ja schon häufiger „abgeschickt“. Und jedes Mal hab ich das Gefühl, dass die himmlischen Mitarbeiter im Büro für irdische Wunscherfüllung besonders kreativ sind. Oder bekifft. Oder zumindest ein Sektchen zuviel hatten.

Witziges Beispiel für Leser, die nicht wissen, was ich meine: Meine Freundin hat sich beziehungsmässig einen Mann auf Augenhöhe gewünscht. Was wurde geliefert? Einer, der ebenso groß war, wie sie. Eben Augenhöhe 🤣.

Darauf einen Dujardin – Prost!

So sieht Leben aus – und das Foto ist von Anfang November

Hinterlasse einen Kommentar