01. Juli 2023

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Es gibt nur 2 Arten zu Gärtnern.

Entweder so, als wäre nichts ein Wunder, oder so, als wäre alles ein Wunder.

Sorry, fürs leichte Abwandeln dieses Spruchs.

Wieder da. Mal schaun, wie lange. Spannend. Bin in ner Internet-Abstinenz. Ungewollt. Manchmal braucht man das Ungewollte. Oder, um es mit den Worten eines alten Kumpels auszudrücken: „Das, was man will, ist nicht unbedingt das, was man braucht.“ Schlaues Kerlchen. Ok, er hat altersmässig gerade nachgezogen, also schlauer Kerl. Und manchmal anstrengend. Zu verkopft. Zuviel am denken, am zerdenken, ist auch nicht gut. Deshalb auch da gerade ne (Kommunikations-) Pause.

Wetter heute wirklich grau und regnerisch- wer hätte gedacht, dass es sowas hier im Norden gibt? Und ich hab den Tag ausschließlich auf der Couch verbracht. 2 Romane gelesen. Nichts weltbewegendes, aber unterhaltsam. Zum runterkommen. Die Erdbeerernte und der Garten kann warten. Morgen soll’s besser werden.

Bin jetzt sowieso bald müde. Der Wecker geht in der Woche um 4, da sitz ich am Wochenende spätestens sowieso schon um 7 Uhr mit nem Kaffee, hör das Vogelgezwitscher und bin wach.

Sommer-Rhythmus.

Rhythmen… sind was natürliches, ändern sich langsam, wie der Lauf der Sonne. Sind was völlig anderes als Strukturen.

Strukturen geben Halt, aber man kann sich festfahren, festdenken, festgucken. Wie ein Hamsterrad, das einen fest hält. Deshalb ist die ungewollte Internet-Abstinenz gut. Für mich. Hab die letzten Wochen immer wieder überlegt, wie ich weitermache. Der Gartenkanal auf YouTube ist toll gestartet. ABER…

Ich wollte nie dasselbe senden, wie soviele andere Gartenkanäle auch. Für mich ist Gärtnern sowieso mehr als Fachwissen. Es ist träumen, Möglichkeiten prüfen, überlegen, hadern, zweifeln, Vermutungen anstellen und Entscheidungen treffen. Manchmal auch die falschen. Manchmal lande ich in Sackgassen, komme einfach nicht weiter und im Jahr darauf flutscht dieselbe Sache ohne, dass ich was verändert habe.

Manchmal fühlt man sich wie Gott persönlich und manchmal wie ein völliger Blindgänger ohne Plan und Verstand und versinkt im Chaos. Wie im Leben.

Und ich habe festgestellt, dass ich all meine Gedanken, all das, was den Zuschauer „eigentlich“ nicht interessiert, beim Videoschnitt entferne. Weils langatmig wird. Und weil der Garten (also der Küchengarten) groß ist. Zu groß, um sich festzusabbeln, so schnell wie sich dort alles verändert, wächst, abgeerntet und neu angelegt wird. Die Videosequenzen, die ich Anfang dieser Woche gedreht habe, sind schon wieder veraltet. Und irgendwie hab ich ja schon eine Verpflichtung den Abonnenten gegenüber. Diese Verpflichtung wird mit weiteren Kanalwachstum noch zunehmen.

Gleichzeitig erzähle ich allen Leuten, auch denen, die das nicht hören wollen, dass ich wieder schreiben möchte. Also was tun? Dieses Dilemma hat mich die letzten Wochen beschäftigt. Keine Lösung in Sicht, weil ich in alten Strukturen gedacht habe.

Vielleicht brauchte es deshalb gerade diese „alle Technik steht still“-Pause. Vielleicht ist das jetzt die Lösung. Täglich 30 min im Blog das zu notieren, was mich aktuell beschäftigt, egal ob Küchen- oder Geheimer Garten, und dazu aktuelle Fotos oder kleine Videosequenzen. Ein reflektiertes Journaling über die Gärten und die Gärtnerin. Gut für mich zum nachlesen in den Folgejahren. Deshalb das Datum als Titel. Und vielleicht auch mal n schlauer Gartenspruch oder Ideen oder andere Gärten…

Und YouTube? Mal schaun. Eher kurze themenbezogene Videos und ASMR könnte ich mir vorstellen. Fokus auf schöne Bilder. Was zum Träumen und Inspiration. Und Wissen, das nicht in Büchern zu finden ist.

Hört sich nach nem Plan an. Ob’s ein guter ist? Wird die Zeit zeigen. Jetzt erstmal den Rhythmus finden. Und atmen…

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  1. Avatar von Grinsekatz Grinsekatz sagt:

    Schön, wieder von dir zu lesen!
    Gruß Reiner 👋

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